01 - Überblick
Der Kainachtalradweg R14 begleitet die Kainach quer durch die Weststeiermark - knapp 47 km überwiegend bergab von Bärnbach mit seiner Hundertwasserkirche durch die Lipizzanerheimat und den Ostrand des Schilcherlandes bis nach Wildon an die Mur. Ein sanfter, meist asphaltierter Talradweg durch alte Bergbauorte, Felder und Weinhügel, mit der Graz-Köflacher Bahn als bequemem Begleiter für die Heimreise.
Der Kainachtalradweg R14 verbindet die alten Bergbauorte der Weststeiermark mit dem Murtal und führt dabei durch eine der vielseitigsten Ecken der Steiermark: Industriegeschichte und Hundertwasser-Architektur am oberen Ende, sanfte Felder und Weinhügel in der Mitte, ein Schlossberg über der Mur am Ziel. Die Strecke ist knapp 47 Kilometer lang und verläuft überwiegend bergab - der Höhenunterschied von Bärnbach (rund 424 m) bis Wildon (rund 314 m) beträgt nur etwa 110 Meter, doch das Tal rollt: ein kurzer Gegenanstieg im Mittelteil und der finale Abfall zur Mur machen aus dem Talradweg keine reine Gefällefahrt, sondern eine entspannte, abwechslungsreiche Tour. Offizielle Quellen nennen oft rund 50 km, weil sie die obere Anbindung über Köflach und Piber mitzählen; die hier kartierte Linie beginnt in Bärnbach. Der Start in Bärnbach ist ein kleines Schauspiel für sich. Mitten im Ort steht die Pfarrkirche St. Barbara, die Friedensreich Hundertwasser 1987/88 umgestaltet hat: goldene Zwiebelkuppel, bunte Säulen und ein Tor aus zwölf Bögen mit den Symbolen der Weltreligionen. Gleich daneben erinnert das Glasmuseum an die Bärnbacher Glasmacher-Tradition, die bis 1806 zurückreicht und einst von der heimischen Kohle befeuert wurde. Wer Zeit hat, hängt vor dem Start die obere Schleife der Lipizzanerheimat an: Köflach und das Bundesgestüt Piber, wo die weißen Lipizzaner für die Wiener Hofreitschule gezüchtet werden, liegen nur wenige Kilometer westlich und geben der Region ihren Namen. Von Bärnbach rollt die Route hinab nach Voitsberg, der Bezirkshauptstadt, über der die Burgruine Obervoitsberg und das Schloss Greißenegg thronen. Das Voitsberg-Köflacher Revier war über zwei Jahrhunderte eines der größten Braunkohlegebiete Österreichs; der letzte Bagger stand 2004 still. Heute erzählt der Energie-Erlebnispark Zangtal mit seinem Schaufelradbagger von dieser Geschichte. Hinter Voitsberg öffnet sich das Tal, die Kainach mäandert durch Au und Acker, und die Route erreicht bei Krems und Krottendorf-Ligist den Ostrand des Schilcherlandes - jener Weinlandschaft, in der aus der alten Rebsorte Blauer Wildbacher der spritzige rosafarbene Schilcher gekeltert wird. In Lieboch kreuzt der Radweg den Knotenbahnhof der Graz-Köflacher Bahn, wo sich die Strecken nach Köflach und ins Wieser Land verzweigen. Das Technische Eisenbahnmuseum bewahrt hier ein Stück lebendige Verkehrsgeschichte - die GKB betreibt mit der Lok 671 von 1860 die älteste betriebsfähige Dampflokomotive der Welt. Ab Lieboch wird der Radweg noch ruhiger und familienfreundlicher; nur ein sanfter Höhenrücken zwischen Kainach- und Murtal verlangt im Bereich um Lannach und Pöls noch einmal etwas Tritt, bevor es endgültig hinunter zur Mur geht. Das Ziel liegt bei Wildon, wo die Kainach in die Mur mündet. Über dem Ort erhebt sich der Wildoner Schlossberg mit den Ruinen Alt- und Neu-Wildon, einer der ältesten Siedlungsplätze der Steiermark mit Funden bis in die Jungsteinzeit. Am Wildoner Badesee trifft der R14 auf den Murradweg R2, der nach Graz und weiter nach Süden führt - ein natürlicher Anschluss für alle, die weiterradeln wollen. Wildon selbst hat einen Bahnhof an der Südbahn, von dem die Heimreise nach Graz in knapp einer halben Stunde gelingt. Ein ehrlicher Hinweis zur Planung: Der R14 ist überwiegend asphaltiert, doch einzelne wassergebundene Abschnitte und ruhige Nebenstraßen sind dabei - ein Trekking- oder Gravelbike fährt am entspanntesten, ein Rennrad ist auf den meisten Abschnitten möglich, aber nicht ideal. Die Beschilderung ist stellenweise lückenhaft (gemeldet etwa bei Voitsberg, Gaisfeld und Pöls), eine Karte oder ein GPS-Track gehören also ins Gepäck. Dank der Graz-Köflacher Bahn, die das obere Tal von Köflach bis Lieboch begleitet, lässt sich die Tour bequem als Einrichtungsfahrt bergab planen.
- Regionen
- Steiermark
- Start
- Bärnbach
- Ziel
- Wildon
- Oberfläche
- Asphalt
- Netz
- Regional
- Beste Reisezeit
- April - Oktober
- Beschilderung
- durchgehend beschildert
- Familien
- gut geeignet
- Rennradtauglich
- Ja · Fast durchgehend Asphaltteils geschätzt
97 % Asphalt, längste unbefestigte Passage 1,4 km.
02 - Etappen
4 Etappen · 47 km
01Bärnbach - Krottendorf-LigistBärnbach (Hundertwasserkirche) · Voitsberg · Krems · Krottendorf-Ligist12 km
Die erste Etappe beginnt im Zentrum von Bärnbach bei der Hundertwasserkirche St. Barbara und dem Glasmuseum - dem kulturellen Auftakt der Tour und zugleich dem Herzstück der Lipizzanerheimat, deren Namensgeber, das Gestüt Piber, wenige Kilometer westlich liegt. Von hier rollt der Radweg sanft hinab nach Voitsberg, der Bezirkshauptstadt, über der die Burgruine Obervoitsberg und das Schloss Greißenegg aufragen. Die Landschaft trägt noch die Spuren des Braunkohlebergbaus, der das Voitsberg-Köflacher Revier über zwei Jahrhunderte prägte; der Energie-Erlebnispark Zangtal mit seinem Schaufelradbagger macht diese Geschichte erlebbar. Hinter Voitsberg öffnet sich das Tal, die Kainach begleitet den Weg, und über Krems erreicht die Etappe Krottendorf-Ligist am Ostrand des Schilcherlandes. Der Bahnhof Krottendorf-Ligist liegt direkt an der Route - ein erster bequemer Ein- oder Ausstieg an der Graz-Köflacher Bahn.
- Aufstieg
- 8 m
- Abstieg
- 69 m
- Dauer
- ca. 1 Std.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt, einzelne ruhige Nebenstraßen
Belag (gemessen): Asphalt 88 % · Schotter 12 %
02Krottendorf-Ligist - LiebochKrottendorf-Ligist · Schilcherland · Hallersdorf · Lieboch13 km
Die zweite Etappe ist der ruhigste Abschnitt des oberen Tals. Der Radweg führt durch offene Acker- und Wiesenlandschaft am Ostrand des Schilcherlandes, jener weststeirischen Weinregion, in der aus dem Blauen Wildbacher der typisch rosafarbene Schilcher entsteht - die klassischen Weinhügel liegen etwas weiter westlich, doch die sanft gewellte Kulturlandschaft stimmt bereits darauf ein. Die Kainach zieht in weiten Schlingen durch das Tal, das sich hier spürbar weitet. Über Hallersdorf nähert sich die Etappe Lieboch, dem verkehrstechnischen Dreh- und Angelpunkt der Region: Hier verzweigt sich die Graz-Köflacher Bahn in die Strecken nach Köflach und ins Wieser Land. Das Technische Eisenbahnmuseum Lieboch bewahrt ein Stück Eisenbahngeschichte - die GKB betreibt die älteste betriebsfähige Dampflokomotive der Welt. Lieboch ist ein guter Halbzeit-Halt mit Versorgung und Bahnanschluss.
- Aufstieg
- 8 m
- Abstieg
- 37 m
- Dauer
- ca. 1 Std. 10 Min.
- Oberfläche
- Asphalt und befestigte Wege, abschnittsweise Nebenstraße
Belag (gemessen): Asphalt
03Lieboch - Pöls an der WieserbahnLieboch · Lannach · Höhenrücken · Pöls an der Wieserbahn13 km
Ab Lieboch wird der Kainachtalradweg noch ruhiger und gilt von hier an als besonders familienfreundlich. Die Etappe verlässt für ein Stück die enge Talsohle und quert den sanften Höhenrücken zwischen dem Kainach- und dem Murtal - der einzige nennenswerte Gegenanstieg der gesamten Tour, kurz und gut zu bewältigen, aber ein Hinweis darauf, dass der R14 kein reines Gefälle ist. Rund um Lannach mit seinem Schloss und durch eine offene, leicht hügelige Agrarlandschaft rollt der Weg dann wieder bergab, vorbei an kleinen Orten wie Weinzettl und Muttendorf, bis nach Pöls an der Wieserbahn. Der Ort liegt direkt an der Route und an der Wieser Linie der GKB - ein weiterer praktischer Ein- und Ausstieg vor der Schlussetappe.
- Aufstieg
- 57 m
- Abstieg
- 32 m
- Dauer
- ca. 1 Std. 15 Min.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt, kurzer Anstieg im Mittelteil
Belag (gemessen): Asphalt
04Pöls an der Wieserbahn - WildonPöls an der Wieserbahn · Weitendorf · Wildoner Badesee · Wildon (Mur)9 km
Die Schluss-Etappe bringt den stärksten Höhenverlust der Tour: Von der Höhe um Pöls fällt der Radweg spürbar hinab ins breite Murtal. Über Weitendorf nähert sich die Route dem Wildoner Badesee, wo die Kainach nach knapp 47 Kilometern in die Mur mündet. Über dem Ort erhebt sich der Wildoner Schlossberg mit den Ruinen Alt- und Neu-Wildon - einer der ältesten Siedlungsplätze der Steiermark, mit Funden bis in die Jungsteinzeit. Am Badesee trifft der Kainachtalradweg auf den Murradweg R2, der flussabwärts nach Graz und weiter nach Süden führt; wer mag, hängt diesen Anschluss gleich an. Der Bahnhof Wildon an der Südbahn liegt nahe dem Ortskern und bringt Rad und Radlerin in knapp einer halben Stunde zurück nach Graz.
- Aufstieg
- 38 m
- Abstieg
- 100 m
- Dauer
- ca. 50 Min.
- Oberfläche
- Asphalt und befestigte Wege bis zur Mur
Belag (gemessen): Asphalt
03 - Höhenprofil
Höhenprofil über die Gesamtdistanz - Cursor bewegen, um Höhe und Kilometer abzulesen.
Höhenprofil über 47 km. Aufstieg 111 m, Abstieg 238 m. Tiefster Punkt 296 m, höchster Punkt 426 m.
Höhendaten aus OSM-Geometrie + Digitalem Geländemodell (DGM) Österreich (10 m).
Profil überfahren zeigt den Punkt auf der Karte - und umgekehrt.
04 - POIs & Services
- Hundertwasserkirche St. Barbara
- Glasmuseum Bärnbach (Stölzle)
- Lipizzanergestüt Piber (obere Anbindung über Köflach)
- Burgruine Obervoitsberg & Schloss Greißenegg
- Energie-Erlebnispark Zangtal (Braunkohle-Geschichte)
- Schilcher-Weinland Weststeiermark
- Technisches Eisenbahnmuseum Lieboch (GKB)
- Wildoner Schlossberg & Mündung in die Mur
Services entlang der Route
- Versorgung und EinkehrDie Talorte sind gut versorgt: Bärnbach, Voitsberg, Lieboch und Wildon bieten Geschäfte, Gasthäuser und Cafés. Am Ostrand des Schilcherlandes laden Buschenschänken zu einer Verkostung des typischen rosafarbenen Schilcher. Im offenen Mittelteil zwischen Krottendorf-Ligist und Lieboch ist die Dichte an Einkehrmöglichkeiten geringer - eine kleine Jause für unterwegs schadet nicht.
- Untergrund und RadDer R14 ist überwiegend asphaltiert, enthält aber einzelne wassergebundene (geschotterte) Abschnitte und ruhige Nebenstraßen. Am entspanntesten fährt man mit Trekking- oder Gravelbike; ein Rennrad ist auf den meisten Abschnitten möglich, breitere Reifen sind aber angenehmer. Die Tour ist insgesamt leicht und überwiegend bergab, mit einem kurzen Gegenanstieg zwischen Lieboch und Pöls.
- Beschilderung - Karte mitnehmenDie Ausschilderung des R14 ist stellenweise lückenhaft; fehlende oder unklare Hinweise wurden unter anderem bei Voitsberg, Gaisfeld und Pöls gemeldet. Eine Radkarte der Region oder ein GPS-Track auf dem Smartphone hilft, an den Verzweigungen die richtige Spur zu halten.
- Familie und E-BikeBesonders die untere Hälfte ab Lannach gilt als familienfreundlich und ist auch mit kleineren Kindern gut zu fahren. Radgeschäfte und Servicestellen finden sich in Bärnbach, Voitsberg und Lieboch; entlang der Route gibt es mehrere E-Bike-Ladestellen. Für eine gemütliche Familientour empfiehlt sich die klassische Richtung bergab von Bärnbach nach Wildon.
Versorgung entlang der Strecke
- Trinkwasser18
- Reparaturstation1
- Bike Shop4
- Ladestation18
Versorgungspunkte aus OpenStreetMap. Stand kann abweichen, Brunnen sind teils saisonal - vor der Tour prüfen.
05 - Eindrücke
Die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Pfarrkirche St. Barbara in Bärnbach am oberen Ende des Kainachtalradwegs.Foto: Hundertwasserkirche St. Barbara, Bärnbach · Palickap · CC BY-SA 4.0 Die namensgebende Kainach begleitet den Radweg durch das weite mittlere Tal zwischen Voitsberg und Lieboch.Foto: Die Kainach im mittleren Talverlauf · Clemens Stockner · CC BY-SA 4.0 Sanfte Hügel am Ostrand des Schilcherlands bei Hallersdorf, direkt an der Strecke des Kainachtalradwegs.Foto: Hügellandschaft am Ostrand des Schilcherlands · Clemens Stockner · CC BY-SA 3.0 Der Wildoner Schlossberg mit den Ruinen Alt- und Neu-Wildon - der markante Burghügel am Zusammenfluss von Kainach und Mur markiert das Ziel der Tour.Foto: Wildoner Schlossberg · Clemens Stockner · CC BY-SA 4.0
06 - ÖV-Anbindung
- GKB S7 (Graz - Lieboch - Voitsberg - Bärnbach - Köflach)Die Graz-Köflacher Bahn begleitet das obere Tal und hält in Lieboch, Voitsberg, Bärnbach und am Endpunkt Köflach. Die Fahrradmitnahme ist in allen GKB-Zügen kostenlos (ein Rad je Fahrgast nach Platzangebot). Seit August 2025 ist die Strecke vollständig elektrifiziert. Damit ist die Anreise zum oberen Streckenende von Graz aus unkompliziert.
- GKB Wieser Linie / Knoten LiebochIn Lieboch zweigt die zweite GKB-Strecke ins Wieser Land ab; sie bedient unter anderem Pöls an der Wieserbahn direkt an der Route. So lässt sich die Tour an mehreren Punkten beginnen, abkürzen oder verlängern - ideal bei Wind, Wetter oder müden Beinen.
- ÖBB Südbahn - Bahnhof WildonAm unteren Ende liegt Wildon an der Südbahn; Regionalzüge bringen Rad und Fahrgast in rund 27 Minuten zurück nach Graz Hauptbahnhof. Fahrradmitnahme mit Radticket. Der Bahnhof liegt nahe dem Ortskern und der Mündung in die Mur.
- Einrichtungsfahrt bergabDie natürliche Logistik des R14: mit der GKB von Graz hinauf nach Bärnbach oder Köflach, knapp 47 km bergab bis Wildon radeln und mit der Südbahn zurück nach Graz. Beide Streckenenden sind bahn- und fahrradtauglich erreichbar.
Der Kainachtalradweg ist wie geschaffen für eine Einrichtungsfahrt bergab: Die Graz-Köflacher Bahn (kostenlose Fahrradmitnahme) bringt Sie von Graz hinauf an das obere Talende bei Bärnbach oder Köflach, von wo es knapp 47 km bergab bis Wildon an die Mur rollt. Die Heimreise übernimmt die ÖBB-Südbahn ab Wildon (rund 27 Minuten nach Graz). Dank des Knotens Lieboch und der Wieser Linie lässt sich die Tour zudem an mehreren Stellen flexibel beginnen oder abkürzen.
07 - GPX- & TCX-Download
Download für GPS-Geräte & Apps
Sauberer Track mit Höhenprofil - importiert als eine Tour, kompatibel mit Komoot, Garmin, Wahoo, Strava, RideWithGPS, OsmAnd.
Etappen einzeln herunterladen (4)
Streckenführung aus OpenStreetMap-Geometrie abgeleitet - kann von der Beschilderung leicht abweichen. © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL 1.0) · Höhendaten © DGM Österreich (CC BY 3.0 AT). Weitergabe mit Quellenangabe.