01 - Überblick
Der Achenseeradweg (R29) verbindet auf 32,6 Kilometern das Inntal mit dem "Tiroler Meer" und der bayerischen Grenze. Von Jenbach klettert er gut 400 Höhenmeter steil hinauf zum Achensee - dem größten See Tirols - rollt dann fast eben am verkehrsfreien Ostufer entlang und steigt durchs Achental sanft hinab zum Achenpass. Headliner sind der See selbst, eingerahmt von Karwendel und Rofan, und die Achenseebahn: Europas älteste durchgehend dampfbetriebene Zahnradbahn, die seit 1889 von Jenbach zum Seespitz hinaufschnauft.
Der Achenseeradweg ist keine gewöhnliche Talabfahrt - sein Höhepunkt liegt nicht am Talboden, sondern oben am See. Die Fahrt beginnt in Jenbach im Inntal (rund 524 m), dem wohl ungewöhnlichsten Bahnhof Österreichs: Hier treffen die normalspurige Inntalbahn, die schmalspurige Zillertalbahn und die meterspurige Achenseebahn auf drei verschiedenen Spurweiten zusammen. Über Wiesing schraubt sich die Strecke nun steil durch den Wald hinauf - dieselbe Flanke, die seit 1889 die Achenseebahn mit ihren Dampfloks erklimmt. Am oberen Ende des Anstiegs, bei Eben am Achensee, steht die Wallfahrtskirche St. Notburga (Rokoko, 1736-1738 neu errichtet): Notburga von Rattenberg (um 1265-1313), einst Magd und Bauerndienstbotin, ist die Patronin der Dienstboten und Bauern; ihre Volksverehrung wurde 1862 von Papst Pius IX. bestätigt. Dann öffnet sich der Achensee - mit 929 m Höhe, fast 8,4 km Länge und bis zu 133 m Tiefe der größte See Tirols, das "Tiroler Meer", eingefasst vom Karwendel im Westen und vom Rofan im Osten. In Maurach, dem Seezugang, lädt die Rofan-Seilbahn (mit dem AIRROFAN Skyglider) in die Brandenberger Alpen, und das Atoll Achensee bietet ein Bad direkt am Ufer; am Seespitz endet die Achenseebahn. Das Herzstück der Route ist der rund zehn Kilometer lange, weitgehend verkehrsfreie Uferweg am Ostufer Richtung Norden, vorbei an Buchau und Scholastika, stets mit Blick aufs Wasser. Eine Besonderheit am Westufer ist die Gaisalm - die einzige bewirtschaftete Alm direkt am See, erreichbar allerdings nur per Schiff der Achensee Schifffahrt oder zu Fuß über den Gaisalmsteig, nicht mit dem Rad. Pertisau mit der Karwendel-Bergbahn liegt ebenfalls am Westufer und ist nur als Abstecher angebunden. Am Nordende folgen Achenkirch (~916 m) und Achenwald; der See entwässert von hier natürlicherweise nach Norden über die Seeache zur Isar - eine für Tirol untypische Nordentwässerung, auch wenn die TIWAG seit 1927 das meiste Wasser für die Stromerzeugung südwärts in den Inn ableitet. Die letzten rund vier Kilometer durchs obere Achental teilen sich Radelnde die B181 mit dem Verkehr, bis am Achenpass (941 m) die Staatsgrenze nach Bayern erreicht ist - ein alter Salzweg, jenseits dessen es über Kreuth zum Tegernsee absteigt und das bayerische Radnetz (Via Bavarica Tyrolensis) anschließt. Rund 83 Prozent der Strecke sind asphaltiert; kurze Feinschotter-Abschnitte am Ufer bleiben gut fahrbar. Wegen des steilen Anstiegs aus dem Inntal ist die Tour insgesamt mittelschwer - wer die Höhenmeter sparen will, nimmt die Achenseebahn (Mai bis Oktober) oder den Regiobus 4080 von Jenbach hinauf und genießt oben den entspannten Seeteil.
- Regionen
- Tirol
- Start
- Jenbach (Inntal)
- Ziel
- Achenwald / Achenpass
- Oberfläche
- Asphalt · Wassergebunden
- Netz
- Regional
- Beste Reisezeit
- Mai - Oktober
- Beschilderung
- durchgehend beschildert
- Rennradtauglich
- Ja · Fast durchgehend Asphaltgut belegt
83 % Asphalt, praktisch durchgehend befestigt.
02 - Etappen
3 Etappen · 33 km
01Jenbach (Inntal) - Maurach am AchenseeJenbach · Wiesing · Eben am Achensee · Maurach8 km
Die Auftaktetappe ist die anspruchsvollste: Von Jenbach im Inntal (dem Drei-Spurweiten-Bahnhof) schraubt sich der Weg über Wiesing steil durch den Wald gut 400 Höhenmeter hinauf zum See - dieselbe Flanke, die seit 1889 die dampfbetriebene Achenseebahn erklimmt. Oben, bei Eben am Achensee, steht die Wallfahrtskirche St. Notburga, bevor sich in Maurach der Achensee öffnet. Wer die Höhenmeter sparen will, nimmt die Achenseebahn oder den Regiobus 4080 hinauf.
- Aufstieg
- 503 m
- Abstieg
- 24 m
- Dauer
- ca. 1,0-1,5 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt 77 % · Feinschotter 23 %
02Maurach am Achensee - AchenkirchMaurach · Buchau · Achensee · Achenkirch14 km
Das landschaftliche Herzstück: Von Maurach - mit Rofan-Seilbahn und dem Strandbad Atoll Achensee - führt der weitgehend verkehrsfreie Uferweg am Ostufer nach Norden, vorbei an Buchau und Scholastika, fast immer mit Blick aufs Wasser und auf Karwendel und Rofan. Pertisau und die Gaisalm liegen am Westufer und sind nur per Schiff bzw. zu Fuß erreichbar. Am Nordende des Sees wartet Achenkirch.
- Aufstieg
- 53 m
- Abstieg
- 104 m
- Dauer
- ca. 1,0-1,25 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
03Achenkirch - Achenwald / AchenpassAchenkirch · Achenwald · Achenpass (Staatsgrenze)11 km
Vom Seeende rollt die Route durchs obere Achental sanft bergab über Achenwald zur Staatsgrenze. Die letzten rund vier Kilometer teilt sich der Radweg die B181 mit dem Verkehr. Am Achenpass (941 m) - einem alten Salzweg - endet der Tiroler R29; jenseits der Grenze steigt die Straße über Kreuth zum Tegernsee ab, und das bayerische Radnetz (Via Bavarica Tyrolensis) übernimmt.
- Aufstieg
- 85 m
- Abstieg
- 200 m
- Dauer
- ca. 0,75-1,0 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt 66 % · Feinschotter 34 %
03 - Höhenprofil
Höhenprofil über die Gesamtdistanz - Cursor bewegen, um Höhe und Kilometer abzulesen.
Höhenprofil über 33 km. Aufstieg 641 m, Abstieg 328 m. Tiefster Punkt 524 m, höchster Punkt 963 m.
Höhendaten aus OSM-Geometrie + Digitalem Geländemodell (DGM) Österreich (10 m).
Profil überfahren zeigt den Punkt auf der Karte - und umgekehrt.
04 - POIs & Services
- Achensee ("Tiroler Meer", größter See Tirols, 929 m, Karwendel & Rofan)
- Achenseebahn (Europas älteste durchgehend dampfbetriebene Zahnradbahn, seit 1889, Jenbach - Seespitz)
- Wallfahrtskirche St. Notburga (Rokoko 1736-1738, Patronin der Dienstboten)
- Rofan-Seilbahn mit AIRROFAN Skyglider (Bergbahn in die Brandenberger Alpen)
- Achensee Schifffahrt & Gaisalm (Alm am Westufer, nur per Schiff oder über den Gaisalmsteig zu Fuß)
- Atoll Achensee (Strand- und Erlebnisbad direkt am Ufer)
- Pertisau & Karwendel-Bergbahn (Abstecher am Westufer, Naturpark Karwendel)
- Achenpass (Staatsgrenze AT/DE, alter Salzweg, Anschluss Via Bavarica Tyrolensis Richtung Tegernsee)
Services entlang der Route
- RadserviceFahrradgeschäfte und E-Bike-Service in Maurach und Achenkirch sowie am Startpunkt Jenbach; entlang des Seeufers liegen die Orte dicht genug für gute Versorgung. Für den steilen Anstieg empfiehlt sich ein Check der Bremsen und (bei E-Bikes) des Akkus.
- E-BikeMehrere Ladestationen im Korridor, Schwerpunkt rund um Maurach und Achenkirch. E-Bike-Verleih in den Seeorten - in der Hauptsaison am besten vorab reservieren.
- TrinkwasserTrinkwasserbrunnen in den Orten am See; die durchgehend besiedelte Uferzone sorgt für gute Zwischenversorgung. Im Achental Richtung Grenze werden die Abstände größer.
- EinkehrGasthöfe, Cafés und Strandbäder in Maurach, Pertisau und Achenkirch sowie entlang des Ufers. Eine Besonderheit ist die Jausenstation Gaisalm am Westufer - nur per Schiff oder zu Fuß über den Gaisalmsteig erreichbar, nicht mit dem Rad.
Versorgung entlang der Strecke
- Trinkwasser38
- Bike Shop3
- Ladestation14
Versorgungspunkte aus OpenStreetMap. Stand kann abweichen, Brunnen sind teils saisonal - vor der Tour prüfen.
05 - Eindrücke
Der Achensee, das "Tiroler Meer", mit dem Karwendelgebirge - der größte See Tirols und Höhepunkt der Route.Foto: Achensee mit Karwendel · Bigmanbaloo · CC BY-SA 4.0 Die dampfbetriebene Achenseebahn an ihrer Bergstation Seespitz am Südufer - seit 1889 Europas älteste durchgehend dampfbetriebene Zahnradbahn.Foto: Achenseebahn am Seespitz · Herbert Ortner, Vienna · CC BY 2.5 Das Südufer bei Maurach, wo der Radweg den See erreicht und die Achenseebahn endet.Foto: Achensee bei Maurach · Stephan van Helden · CC BY-SA 4.0 Das Ostufer des Achensees, dem der weitgehend verkehrsfreie Uferweg nach Norden folgt.Foto: Achensee-Ostufer · EmsiProduction · CC BY 2.0 Blick von Achenkirch am Nordende über den See zum Rofangebirge.Foto: Achensee bei Achenkirch · Dirk Schmidt · CC BY-SA 3.0
06 - ÖV-Anbindung
- Achenseebahn (Dampf-Zahnradbahn Jenbach - Seespitz)Europas älteste durchgehend dampfbetriebene Zahnradbahn (seit 1889) überwindet die 440 Höhenmeter von Jenbach zum Seespitz am Südufer - die ideale Auffahrt, um den steilen Anstieg zu sparen. Betrieb nur in der Saison (etwa Mai bis Oktober), alle Züge mit Dampf; Fahrradmitnahme gegen Gebühr nach Platzangebot. Nach der Insolvenz 2020 fährt sie seit 2022 wieder.
- Bahn: ÖBB Jenbach (Inntalbahn) + ZillertalbahnJenbach ist ein Drei-Spurweiten-Knoten: normalspurige ÖBB-Inntalbahn (Railjet/Cityjet Richtung Innsbruck und Kufstein/Wörgl), schmalspurige Zillertalbahn und die meterspurige Achenseebahn treffen hier zusammen. Fahrradmitnahme in den Nahverkehrszügen der ÖBB.
- Bus: Regiobus 4080 (Jenbach - Achensee)Der Regiobus 4080 verbindet Jenbach über Wiesing, Maurach und Pertisau mit Achenkirch (rund 27 Min.) und nimmt Räder gegen Gebühr mit - die Alternative zur Achenseebahn, um ohne den Anstieg an den See zu kommen. Die AchenseeCard deckt die VVT-Busse vor Ort ab.
Der Achenseeradweg ist die klassische Bergauf-mit-der-Bahn-Tour: Mit der dampfbetriebenen Achenseebahn (Mai bis Oktober) oder dem Regiobus 4080 spart man sich den steilen 400-Höhenmeter-Anstieg von Jenbach und beginnt entspannt oben am See. Jenbach selbst ist als Drei-Spurweiten-Bahnhof (ÖBB, Zillertalbahn, Achenseebahn) bequem mit dem Zug erreichbar.
07 - GPX- & TCX-Download
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Etappen einzeln herunterladen (3)
Streckenführung aus OpenStreetMap-Geometrie abgeleitet - kann von der Beschilderung leicht abweichen. © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL 1.0) · Höhendaten © DGM Österreich (CC BY 3.0 AT). Weitergabe mit Quellenangabe.