01 - Überblick
Der Wimitzerweg R5A ist eine stille Höhenroute durch die fast menschenleeren Wimitzer Berge in Mittelkärnten - 40,7 km bergab von den Steuerberger Hochflächen nahe den Tiebelquellen bis nach Sankt Veit an der Glan. Die Strecke verläuft überwiegend auf Asphalt und befestigten Güterwegen, doch längere Schotter- und Naturwegpassagen im mittleren Wimitztal machen sie für Rennräder ungeeignet - ideal für Gravel-, Trekking- oder Mountainbikes.
Der Wimitzerweg R5A verbindet die bewaldeten Hochflächen über dem Wimitztal mit dem Glantal und dem Bahnhof Sankt Veit an der Glan. Die Route ist kein Talradweg - sie ist eine Höhenroute durch eine der stillen, wenig erschlossenen Ecken Mittelkärntens, und das spürt man von der ersten Kurve an. Der Belag ist gemischt: Die obere und die untere Strecke verlaufen überwiegend auf Asphalt und befestigten Güterwegen, doch die mittlere Etappe durch das Naturschutzgebiet Innere Wimitz führt zu rund einem Drittel über Schotter- und Naturwege, darunter ein durchgehend unbefestigter Abschnitt von gut drei Kilometern. Für ein Rennrad ist die Route damit nicht geeignet. Der Start liegt auf rund 932 m Seehöhe nahe den Tiebelquellen in den Wimitzer Bergen, nordwestlich von Feldkirchen in Kärnten. Die Tiebel entspringt hier in einer feuchten Waldmulde - mit konstant hoher Schüttung eines der größten Quellgebiete Kärntens - und fließt südostwärts nach Feldkirchen, wo sie über das Bleistätter Moor in den Ossiacher See mündet. Der Einstieg in die Tour verlangt zunächst Geduld: Bevor die Route dauerhaft bergab zieht, steigt sie auf knapp unter 1.000 m an - ein kurzes Orientierungsstück durch offenes Waldgelände, bevor der erste lange Abstieg einsetzt. Hoch über dem Wimitztal liegt die mittelalterliche Burgruine Steuerberg, die von der Höhe aus das Tal überblickt und an die ehemaligen Herrschaftsverhältnisse in diesen Bergen erinnert. Die Schlüsselstation der ersten Streckenhälfte ist der Goggausee auf etwa 760 m, ein kleiner natürlicher Bergsee im Quellgebiet der Wimitz. Der See ist im Sommer ein beliebtes Badeziel der Kärntner - eine willkommene Pause nach dem rollenden Abstieg durch Hochwald und Wiesenböden. Gleich unterhalb beginnt das eigentliche Herzstück des Wimitzerwegs: das Naturschutzgebiet Innere Wimitz. Auf rund 15 km durchquert die Route das fast unbewohnte Wimitztal, ein enges, bewaldetes Kerbtal mit dem mäandernden Wimitzbach, Grauerlenauenwäldern und einer außergewöhnlichen Stille. Die wenigen Gebäude sind verstreute Einzelgehöfte; Verkehr gibt es hier kaum. Auf halbem Weg erinnert die Burgruine Wullroß an die mittelalterliche Besiedlung dieser abgelegenen Gegend. Nach dem Naturschutzbereich öffnet sich das Tal bei Kraig, dem Hauptort der Gemeinde Frauenstein. Der Kraiger See mit seiner Bademöglichkeit bietet eine letzte Rast, bevor sich die Route dem offeneren Glanraum zuwendet - hier weicht der dichte Hochwald zunehmend landwirtschaftlichen Flächen, und Sankt Veit rückt näher. Das Ziel - Schloss Hunnenbrunn am östlichen Stadtrand von Sankt Veit an der Glan, auf rund 504 m - markiert auch den Beginn des Glan-Gurkweges R5. Sankt Veit selbst ist eine gepflegte Mittelkärntner Stadt mit einem schönen Hauptplatz, Stadtturm und mittelalterlichem Stadtkern. Der Bahnhof Sankt Veit an der Glan liegt nahe dem Zentrum und verbindet die Stadt mit Klagenfurt, Villach und Friesach; die Heimreise mit dem Rad ist damit unkompliziert. Ein ehrlicher Hinweis zur Planung: Der Wimitzerweg ist für geübte Radlerinnen und Radler auf geeignetem Rad ausgelegt - Gravel, Trekking oder MTB, am besten mit E-Unterstützung für gemäßigtes Tempo. Der Untergrund wechselt häufig, nasse Waldwege können nach Regen rutschig sein, und die Versorgungslage im Wimitztal ist sehr dünn. Wer gut ausgerüstet und auf Abgeschiedenheit eingestellt ist, findet hier einen der unberührtesten Radwege Kärntens.
- Regionen
- Kärnten
- Start
- Steuerberg
- Ziel
- Sankt Veit an der Glan
- Oberfläche
- Asphalt · unpaved
- Netz
- Regional
- Beste Reisezeit
- Mai - Oktober
- Beschilderung
- durchgehend beschildert
- Rennradtauglich
- Teilweise · Gemischter Belagteils geschätzt
83 % gut fahrbar, aber 3,2 km Schotter am Stück - angenehmer mit Gravel- oder Tourenrad.
02 - Etappen
3 Etappen · 41 km
01Steuerberg - GoggauseeTiebelquellen · Burgruine Steuerberg · Bösensteiner Wasserfall · Goggausee15 km
Die erste Etappe beginnt auf dem bewaldeten Hochplateau nahe den Tiebelquellen, einem der größten Quellgebiete Kärntens. Nach einem kurzen Anstieg zum lokalen Höchstpunkt knapp unter 1.000 m Seehöhe - dem Scheitelpunkt der gesamten Tour - zieht die Route in langen Kurven durch Hochwald bergab. Hoch über dem Weg thront die mittelalterliche Burgruine Steuerberg, die dem Tal einst den Namen gab und heute von Wanderern besucht wird. Etwas tiefer liegt am Wegrand der Bösensteiner Wasserfall, ein kleines, aber stimmungsvolles Naturschauspiel, das sich besonders nach Regenphasen zeigt. Das Etappenziel ist der Goggausee auf etwa 760 m: ein kleiner natürlicher Bergsee im Quellgebiet der Wimitz. Im Sommer lädt das kühle Wasser zum Baden ein - eine ideale Rast, bevor das Wimitztal mit seinen längeren Naturwegabschnitten beginnt. Dieser obere Abschnitt verläuft noch überwiegend auf Asphalt und befestigten Güterwegen; auf nassem Untergrund ist dennoch Vorsicht geboten.
- Aufstieg
- 240 m
- Abstieg
- 384 m
- Dauer
- ca. 1 Std. 30 Min.
- Oberfläche
- Überwiegend Asphalt und befestigte Güterwege, einzelne unbefestigte Abschnitte
Belag (gemessen): Asphalt
02Goggausee - KraigGoggausee · Innere Wimitz · Burgruine Wullroß · Kraig23 km
Diese lange mittlere Etappe ist das Herzstück des Wimitzerwegs und der abgeschiedenste Abschnitt der gesamten Route. Unmittelbar unterhalb des Goggausees beginnt das Naturschutzgebiet Innere Wimitz: rund 15 km durch ein enges, bewaldetes Kerbtal mit dem mäandernden Wimitzbach. Der Weg folgt dem Flusslauf auf Forst- und Naturwegen; Grauerlenauenwälder säumen die Ufer, vereinzelte Gehöfte sind die einzigen Zeichen menschlicher Besiedlung. Etwa auf halbem Weg erinnert die Burgruine Wullroß an die mittelalterliche Geschichte dieser stillen Gegend. Die Etappe erfordert Ausdauer und ein geländegängiges Rad: der Untergrund wechselt häufig, Wurzeln und feuchte Passagen sind möglich, und auf rund 15 km gibt es keinerlei Versorgung. Gegen Ende öffnet sich das Tal spürbar, die Naturschutzzone endet, und die Route erreicht Kraig, den Hauptort der Gemeinde Frauenstein. Der Kraiger See bietet hier eine willkommene Badegelegenheit in dieser ruhigen Ecke Mittelkärntens.
- Aufstieg
- 131 m
- Abstieg
- 296 m
- Dauer
- ca. 2 Std. 15 Min.
- Oberfläche
- Asphalt und Schotter durch das Naturschutzgebiet, längere unbefestigte Abschnitte
Belag (gemessen): Asphalt 69 % · Schotter 31 %
03Kraig - Sankt Veit an der GlanKraig · Schloss Hunnenbrunn · Sankt Veit an der Glan3 km
Die kurze Schluss-Etappe verlässt die enge Welt des Wimitztals und tritt in den offeneren Glanraum ein. Auf den letzten Kilometern weichen die dichten Hochwälder der oberen Strecke Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen, und der Weg fällt sanft zur Glan hin ab. Das Ziel - Schloss Hunnenbrunn am östlichen Stadtrand von Sankt Veit an der Glan auf rund 504 m - markiert zugleich den Beginn des Glan-Gurkweges R5. Wer möchte, lässt den Wimitzerweg mit einem kurzen Abstecher in die Altstadt von Sankt Veit ausklingen: Hauptplatz mit Stadtturm, Wochenmarkt und Kärntner Gasthauskultur sind zu Fuß vom Hunnenbrunn erreichbar. Der Bahnhof liegt nahe dem Zentrum und ermöglicht die bequeme Heimreise.
- Aufstieg
- 0 m
- Abstieg
- 122 m
- Dauer
- ca. 20 Min.
- Oberfläche
- Befestigte Güterwege und Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
03 - Höhenprofil
Höhenprofil über die Gesamtdistanz - Cursor bewegen, um Höhe und Kilometer abzulesen.
Höhenprofil über 41 km. Aufstieg 371 m, Abstieg 802 m. Tiefster Punkt 504 m, höchster Punkt 958 m.
Höhendaten aus OSM-Geometrie + Digitalem Geländemodell (DGM) Österreich (10 m).
Profil überfahren zeigt den Punkt auf der Karte - und umgekehrt.
04 - POIs & Services
- Tiebelquellen
- Burgruine Steuerberg
- Bösensteiner Wasserfall
- Goggausee - Naturbadesee
- Innere Wimitz - Naturschutzgebiet
- Burgruine Wullroß
- Kraiger See - Bademöglichkeit
- Schloss Hunnenbrunn
Services entlang der Route
- Versorgung im Wimitztal sehr dünnDas Naturschutzgebiet Innere Wimitz ist fast unbewohnt - auf rund 15 km gibt es keine Gastronomie, keinen Laden und keine Trinkwasserstelle. Genug Wasser und Proviant für die gesamte mittlere Etappe ab Goggausee mitnehmen. Kraig und Sankt Veit an der Glan sind gut versorgt.
- E-Bike und RadserviceIn Sankt Veit an der Glan gibt es Fahrradgeschäfte und Servicemöglichkeiten. Wer mit einem E-Bike fährt, sollte den Akku vor dem Start vollgeladen haben - im Wimitztal gibt es keine Lademöglichkeit. Die rollende Strecke mit häufigen Gegenstiegen macht elektrische Unterstützung auf Gravel- oder Trekkingbikes besonders sinnvoll.
- Einkehr und ÜbernachtungGasthäuser in Steuerberg, am Goggausee (Saisonbetrieb), in Kraig und in Sankt Veit an der Glan. Für eine Zweitagesvariante mit Übernachtung ist Kraig ein guter Mittelhalte; Unterkunft im Voraus anfragen, da das Angebot im ländlichen Wimitztal begrenzt ist.
- Untergrund und AusrüstungEtwa ein Viertel der Strecke verläuft auf Schotter- und Naturwegen, konzentriert auf die mittlere Etappe durch das Wimitztal (darunter ein durchgehend unbefestigter Abschnitt von gut 3 km); der Rest ist Asphalt und befestigter Güterweg. Geeignet sind Gravelbikes (ab 35 mm Reifenbreite), Trekkingbikes und MTBs. Rennräder sind ungeeignet. Pannenschutz und Reparaturset empfohlen; nach Regen können einzelne Passagen im Wimitztal sehr rutschig sein.
Versorgung entlang der Strecke
- Trinkwasser1
Versorgungspunkte aus OpenStreetMap. Stand kann abweichen, Brunnen sind teils saisonal - vor der Tour prüfen.
05 - Eindrücke
Die Tiebelquellen am westlichen Ausgangspunkt des Wimitzerwegs - eines der größten Quellgebiete Kärntens, hier in dichtem Auwald.Foto: Tiebelquellen · Rollroboter · CC BY-SA 4.0 Blick über das bewaldete Wimitztal - das stille, wenig erschlossene Kerbtal, durch das die mittlere Etappe des Wimitzerwegs führt.Foto: Wimitztal bei Steinbichl · Niki.L · CC BY-SA 4.0 Schotterweg entlang des Wimitzbachs unterhalb der Burgruine Wullroß - solche Natur- und Forstwege prägen vor allem die mittlere Etappe durch das Innere Wimitztal.Foto: Wimitz unterhalb Wullroß · Niki.L · CC BY-SA 4.0
06 - ÖV-Anbindung
- S2 (S-Bahn Kärnten)Die S2 verbindet Sankt Veit an der Glan über Feldkirchen in Kärnten mit Villach Hauptbahnhof. Fahrradmitnahme mit Radticket; das Aktiv-Ticket Kärnten gilt einen ganzen Tag im gesamten S-Bahn-Netz inklusive Rad.
- S1 (S-Bahn Kärnten)Die S1 fährt über die Rudolfsbahn von Friesach über Sankt Veit an der Glan und Klagenfurt weiter nach Villach und Lienz - im Abschnitt Villach - Klagenfurt - Sankt Veit verkehren zwei S-Bahnen pro Stunde. Der Bahnhof Sankt Veit an der Glan liegt nahe dem Stadtzentrum.
- REX Rudolfsbahn (Richtung Friesach / Bruck an der Mur)Sankt Veit an der Glan ist ein Kärntner Eisenbahnknoten an der Rudolfsbahn. Regionalexpresszüge verkehren nordwärts über Friesach Richtung Murtal und Bruck an der Mur. Fahrradmitnahme im Nahverkehr ohne Reservierung, in einzelnen Fernzügen mit Reservierung.
- Zubringer West (kein Bahnanschluss)Der Startpunkt nahe Steuerberg / Tiebelquellen hat keinen direkten Bahnanschluss. Anreise per Auto (Parkplatz in Steuerberg) oder per Bus ab Feldkirchen in Kärnten - aktuelle Fahrpläne und Fahrradmitnahme vorab prüfen. Alternativ lässt sich am Goggausee einsteigen, der näher an der Straße liegt.
Die natürliche Logistik des Wimitzerwegs ist eine Einrichtungsfahrt: Auto oder Bus nach Steuerberg ans obere Ende, dann 40,7 km bergab bis Sankt Veit an der Glan, Heimreise per S1 oder S2. Da der Weststart keinen Bahnanschluss hat, ist das Auto die praktischste Zustiegsalternative. Wer ohne Auto reist, kann über Feldkirchen in Kärnten (S2-Station) per Bus ins obere Wimitztal gelangen - Fahrzeiten und Fahrradmitnahme beim Betreiber vorab klären. Eine Zweitagesvariante mit Übernachtung in Kraig und Rückfahrt aus Sankt Veit am nächsten Tag ist ebenfalls möglich.
07 - GPX- & TCX-Download
Download für GPS-Geräte & Apps
Sauberer Track mit Höhenprofil - importiert als eine Tour, kompatibel mit Komoot, Garmin, Wahoo, Strava, RideWithGPS, OsmAnd.
Etappen einzeln herunterladen (3)
Streckenführung aus OpenStreetMap-Geometrie abgeleitet - kann von der Beschilderung leicht abweichen. © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL 1.0) · Höhendaten © DGM Österreich (CC BY 3.0 AT). Weitergabe mit Quellenangabe.