01 - Überblick
Der Thayatal Radweg verbindet auf rund 146 Kilometern zwei Welten des nördlichen Niederösterreich: von der Cistercienserstadt Zwettl im Waldviertel zieht er über das hügelige Granitplateau, fädelt sich an die Deutsche Thaya und folgt dem Grenzfluss talwärts durch seine schönsten Orte - Waidhofen an der Thaya, Raabs am Zusammenfluss der beiden Thaya, das fast lückenlos ummauerte Drosendorf und den Nationalpark Thayatal bei Hardegg - bis hinüber in die Weinviertler Kellerstadt Retz. Unterm Strich geht es bergab, doch das Waldviertel rollt ständig auf und ab. Fast durchgehend asphaltiert, mit einer rund drei Kilometer langen unbefestigten Passage im Thayatal - ein Tourenziel fürs Trekkingrad, kein durchgehender Rennradweg.
Der Thayatal Radweg ist eine Reise quer durchs nördliche Niederösterreich, von der Quellregion bis zum Grenzland an der Thaya. Ausgangspunkt ist Zwettl, die alte Stadt am Kamp; einen kurzen Abstecher von rund zweieinhalb Kilometern entfernt liegt das Stift Zwettl, ein 1138 von Hadmar I. von Kuenring gegründetes Cistercienserstift mit gotischem Kreuzgang und einem 82 Meter hohen Barockturm von Joseph Munggenast - ein lohnender Auftakt vor der Abfahrt. Von Zwettl quert die Route das wellige Granithochland des Waldviertels, über Schwarzenau mit seinem Bahnknoten an der Franz-Josefs-Bahn, bis sie bei Waidhofen an der Thaya auf die Deutsche Thaya trifft. Ab hier folgt der Weg dem Fluss talwärts: Bei Raabs an der Thaya vereinen sich die Deutsche und die Mährische Thaya zur Thaya, hoch über dem Zusammenfluss thront die Burg Raabs, eine der ältesten Steinburgen Österreichs. Flussabwärts wartet Drosendorf, "die Stadt am Fluss", deren mittelalterliche Stadtmauer den Altstadtkern fast lückenlos umschließt - eine der besterhaltenen Stadtbefestigungen des Landes. Bei Hardegg, mit rund achtzig Einwohnern die kleinste Stadt Österreichs, streift die Route den Nationalpark Thayatal: Österreichs kleinster Nationalpark bildet mit dem tschechischen Nationalpark Podyjí das einzige grenzüberschreitende Schutzgebiet dieser Art. Der Radweg verläuft dabei auf Straßen oberhalb des Tals, nahe an Hardegg; in die Schluchten des Nationalparks selbst kommt man nur zu Fuß. Auf dem letzten Abschnitt verlässt die Strecke die Thaya und wechselt hinüber ins Weinviertel - das Teilstück Drosendorf-Retz folgt zugleich dem EuroVelo 13 (Iron Curtain Trail) entlang des einstigen Eisernen Vorhangs. Den Schlusspunkt setzt Retz: Über den Weinbergen dreht sich die Retzer Windmühle, eine in Stein errichtete Turmwindmühle und eine von nur zwei betriebsfähigen Windmühlen Österreichs, und unter dem sgraffitogeschmückten Hauptplatz erstreckt sich der Retzer Erlebniskeller, mit rund zwanzig Kilometern handgegrabener Gänge der größte historische Weinkeller Österreichs. Insgesamt rollt die Tour bergab, vom rund 500 Meter hohen Waldviertel hinunter ins gut 250 Meter tiefe Retzer Becken, doch sie tut es wellig: Das Plateau und das mäandernde Thayatal zwingen immer wieder zu kurzen Gegenanstiegen, in Summe über 1.600 Höhenmeter. Die Strecke ist fast durchgehend asphaltiert - überwiegend auf ruhigen Güterwegen und Landstraßen -, enthält im oberen Thayatal aber eine rund drei Kilometer lange unbefestigte Passage; daher ist sie ein klassisches Trekking- und Tourenradziel und nicht durchgängig rennradtauglich. Wegen ihrer Länge und der ständigen Wellen fährt man sie am besten auf zwei bis drei Tage aufgeteilt.
- Regionen
- Niederösterreich
- Start
- Zwettl
- Ziel
- Retz
- Oberfläche
- Asphalt
- Netz
- Regional
- Beste Reisezeit
- April - Oktober
- Beschilderung
- durchgehend beschildert
- Rennradtauglich
- Teilweise · Gemischter Belagteils geschätzt
97 % gut fahrbar, aber 3 km Schotter am Stück - angenehmer mit Gravel- oder Tourenrad.
02 - Etappen
5 Etappen · 146 km
01Zwettl - Waidhofen an der ThayaZwettl · Stift Zwettl (Abstecher) · Schwarzenau · Waidhofen an der Thaya51 km
Die lange Auftaktetappe quert das wellige Waldviertler Granithochland. Gleich zu Beginn lohnt der rund zweieinhalb Kilometer kurze Abstecher zum Stift Zwettl, dem 1138 gegründeten Cistercienserstift in der Kampschleife. Danach rollt die Route über Felder, Wälder und Teiche des Waldviertels, vorbei am Bahnknoten Schwarzenau an der Franz-Josefs-Bahn, bis sie bei Waidhofen an der Thaya die Deutsche Thaya erreicht. Eine ruhige, aber stetig auf und ab führende Plateau-Querung - die mit Abstand längste Etappe der Tour.
- Aufstieg
- 374 m
- Abstieg
- 400 m
- Dauer
- ca. 3,25-4,0 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
02Waidhofen an der Thaya - Raabs an der ThayaWaidhofen an der Thaya · Dobersberg · Ruine Kollmitz · Raabs an der Thaya37 km
Von Waidhofen an der Thaya - Bezirkshauptstadt mit barocker Pfarrkirche und neu gestaltetem Hauptplatz - folgt die Route der jungen Deutschen Thaya flussabwärts. Über die nördliche Schleife bei Dobersberg windet sich der Weg durch ein dünn besiedeltes Grenzland; auf einem Felssporn über dem Fluss grüßt die mächtige Ruine Kollmitz. Auf dieser Etappe liegt die rund drei Kilometer lange unbefestigte Passage der Tour, ein wassergebundener Naturweg am oberen Fluss. Am Etappenende vereinen sich in Raabs an der Thaya die Deutsche und die Mährische Thaya zur Thaya, überragt von der Burg Raabs. Welliges Profil mit vielen kurzen Gegenanstiegen.
- Aufstieg
- 578 m
- Abstieg
- 605 m
- Dauer
- ca. 2,5-3,25 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt 92 % · Schotter 8 %
03Raabs an der Thaya - DrosendorfRaabs an der Thaya · Oberndorf · Drosendorf13 km
Eine kurze, intime Etappe entlang der nun vereinten Thaya. Der Fluss schlängelt sich in engen Schleifen durch bewaldete Talhänge, ehe Drosendorf erreicht ist - "die Stadt am Fluss", deren mittelalterliche Stadtmauer mit ihren Türmen den Altstadtkern fast lückenlos umschließt. Eine der besterhaltenen Stadtbefestigungen Österreichs lädt zum Bummeln durch das Renaissance-Städtchen.
- Aufstieg
- 183 m
- Abstieg
- 215 m
- Dauer
- ca. 1,0-1,25 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
04Drosendorf - HardeggDrosendorf · Niederfladnitz · Nationalpark Thayatal · Hardegg23 km
Die landschaftlich dichteste Etappe führt am Rand des Nationalparks Thayatal entlang - Österreichs kleinstem Nationalpark, der mit dem tschechischen Nationalpark Podyjí das einzige grenzüberschreitende Schutzgebiet seiner Art bildet. Bei Hardegg, mit rund achtzig Einwohnern die kleinste Stadt Österreichs, fällt der Blick auf die Burg Hardegg hoch über der Thayaschlucht. Der Radweg bleibt dabei auf Straßen oberhalb des Tals, nahe an Hardegg - in die Schlucht selbst geht es nur zu Fuß.
- Aufstieg
- 252 m
- Abstieg
- 335 m
- Dauer
- ca. 1,75-2,25 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
05Hardegg - RetzHardegg · Merkersdorf · Pleissing · Retz22 km
Die Schlussetappe verlässt die Thaya und wechselt vom Waldviertler Grenzland hinüber ins sonnige Weinviertel - ein Teilstück, das zugleich dem EuroVelo 13 (Iron Curtain Trail) entlang des einstigen Eisernen Vorhangs folgt. Durch Weingärten erreicht der Weg Retz: Über den Reben dreht sich die Retzer Windmühle, eine von nur zwei betriebsfähigen Windmühlen Österreichs, und unter dem sgraffitogeschmückten Hauptplatz erstreckt sich der Retzer Erlebniskeller, der größte historische Weinkeller des Landes. Ein heiterer Ausklang in der Kellerstadt.
- Aufstieg
- 247 m
- Abstieg
- 338 m
- Dauer
- ca. 1,5-2,0 Std.
- Oberfläche
- Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
03 - Höhenprofil
Höhenprofil über die Gesamtdistanz - Cursor bewegen, um Höhe und Kilometer abzulesen.
Höhenprofil über 146 km. Aufstieg 1634 m, Abstieg 1893 m. Tiefster Punkt 257 m, höchster Punkt 675 m.
Höhendaten aus OSM-Geometrie + Digitalem Geländemodell (DGM) Österreich (10 m).
Profil überfahren zeigt den Punkt auf der Karte - und umgekehrt.
04 - POIs & Services
- Stift Zwettl (Cistercienserstift, 1138 gegründet, 82-m-Barockturm; ca. 2,5 km Abstecher)
- Waidhofen an der Thaya - barocke Pfarrkirche & Hauptplatz
- Ruine Kollmitz (mächtige Burgruine auf einem Thaya-Felssporn)
- Raabs an der Thaya - Zusammenfluss Deutsche & Mährische Thaya, Burg Raabs
- Drosendorf - fast lückenlose mittelalterliche Stadtmauer ("die Stadt am Fluss")
- Nationalpark Thayatal & Burg Hardegg (kleinste Stadt Österreichs, NP-Grenze)
- Retzer Windmühle (eine von nur zwei betriebsfähigen Windmühlen Österreichs)
- Retzer Erlebniskeller (rund 20 km, größter historischer Weinkeller Österreichs)
Services entlang der Route
- RadserviceFahrradgeschäfte und Reparaturmöglichkeiten in den größeren Orten Zwettl, Waidhofen an der Thaya und Retz; im dünn besiedelten Thaya-Grenzland liegen die Orte weit auseinander, daher Flickzeug und Ersatzschlauch mitnehmen. Wegen der rund drei Kilometer unbefestigten Passage und der ständigen Wellen ist ein Trekking- oder Tourenrad die richtige Wahl.
- E-BikeLadestationen vor allem in Zwettl, Waidhofen, Raabs und Retz. Bei rund 146 Kilometern mit über 1.600 Höhenmetern empfiehlt sich für E-Bikes eine Etappenplanung mit Lademöglichkeit am Tagesziel.
- TrinkwasserTrinkbrunnen und Gasthäuser in den Orten; auf der langen Plateau-Querung zwischen Zwettl und Waidhofen sowie im einsamen Thayatal werden die Abstände groß - Vorräte rechtzeitig auffüllen.
- EinkehrGasthöfe und Heurige in Zwettl, Waidhofen, Raabs, Drosendorf und Retz; in Retz laden die Kellergassen und Weingüter des Weinviertels zur Verkostung. Auf dem einsamen Mittelteil sind Einkehrmöglichkeiten spärlicher gesät.
Versorgung entlang der Strecke
- Trinkwasser13
- Reparaturstation6
- Bike Shop3
- Radverleih3
- Ladestation41
Versorgungspunkte aus OpenStreetMap. Stand kann abweichen, Brunnen sind teils saisonal - vor der Tour prüfen.
05 - Eindrücke
Asphaltierter Radweg bei Raabs an der Thaya - so fährt sich der gut ausgebaute, baumgesäumte Belag durch das Waldviertler Thayatal über weite Teile der Tour.Foto: Radweg bei Raabs an der Thaya · Andrea Asinger · CC BY-SA 4.0 Blick über die Thaya auf das mittelalterliche Hardegg - die kleinste Stadt Österreichs im tief eingeschnittenen Tal des Nationalparks Thayatal, das die Route oberhalb streift.Foto: Thayatal bei Hardegg · Alexander Graffi · CC BY-SA 3.0 AT Hardegg, Österreichs kleinste Stadt, eingebettet in die bewaldeten Hänge des Thayatals unmittelbar an der tschechischen Grenze.Foto: Hardegg im Thayatal · Michal Klajban · CC BY-SA 3.0 Die mittelalterliche Stadtmauer von Drosendorf umschließt den Altstadtkern fast lückenlos - eine der besterhaltenen Stadtbefestigungen Österreichs, an der die Route direkt vorbeiführt.Foto: Stadtmauer Drosendorf · Karl Gruber · CC BY 3.0 AT Die Retzer Windmühle über den Weinbergen des Weinviertels - eine von nur zwei betriebsfähigen Windmühlen Österreichs und das Wahrzeichen am östlichen Ziel der Tour.Foto: Windmühle Retz · Isiwal · CC BY-SA 4.0
06 - ÖV-Anbindung
- Bahn: Nordwestbahn (Wien - Retz - Znojmo) am OstendeRetz liegt an der elektrifizierten Nordwestbahn, rund eine Stunde von Wien, mit Fahrradmitnahme im Nahverkehr - der bequeme Anschluss am Zielort der Tour.
- Bahn: Zwettlerbahn ab Schwarzenau (Franz-Josefs-Bahn) am WestendeZwettl wird über die Zwettlerbahn erreicht, die in Schwarzenau von der Franz-Josefs-Bahn (Wien - Gmünd) abzweigt. Eine direkte Zugverbindung zwischen Zwettl und Retz gibt es nicht - die Rückreise erfordert mehrere Umstiege und dauert rund drei bis vier Stunden.
- Ausflugsbahn: Reblaus Express (Retz - Drosendorf)An Wochenenden von Mai bis Oktober verbindet der historische Reblaus Express Retz und Drosendorf mit Fahrradmitnahme - praktisch, um einen Teilabschnitt im Thayatal abzukürzen. Regulären Personenverkehr an Raabs oder Drosendorf gibt es seit dem Ende der Thayatalbahn 2010 nicht mehr.
Retz am Ostende liegt an der elektrifizierten Nordwestbahn (rund 1 Std. von Wien), Zwettl am Westende an der Zwettlerbahn ab Schwarzenau. Eine direkte Bahnverbindung zwischen den beiden Endpunkten gibt es nicht; die Rückreise erfordert mehrere Umstiege. Im Thayatal hilft an Wochenenden der Reblaus Express (Retz - Drosendorf) mit Fahrradmitnahme.
07 - GPX- & TCX-Download
Download für GPS-Geräte & Apps
Sauberer Track mit Höhenprofil - importiert als eine Tour, kompatibel mit Komoot, Garmin, Wahoo, Strava, RideWithGPS, OsmAnd.
Etappen einzeln herunterladen (5)
Streckenführung aus OpenStreetMap-Geometrie abgeleitet - kann von der Beschilderung leicht abweichen. © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL 1.0) · Höhendaten © DGM Österreich (CC BY 3.0 AT). Weitergabe mit Quellenangabe.