01 - Überblick
Der Waldviertel-Radweg zieht in einem grossen Bogen über rund 314 Kilometer durch das raue Granithochland nördlich der Donau: von der Wachaustadt Krems hinauf über das Gföhler Plateau, durch das östliche Waldviertel nach Litschau, der nördlichsten Stadt Österreichs, weiter über Gmünd an der tschechischen Grenze und das alte Weitra in den einsamen Weinsberger Wald, ehe er über Maria Taferl wieder zur Donau bei Klein Pöchlarn absteigt. Eine fast durchgehend asphaltierte, aber höhenmeterreiche Tour durch Moore, Teiche, Wackelstein-Granit und stille Wälder.
Das Waldviertel ist eines der stillsten und ältesten Stücke Österreichs: ein Hochland aus uraltem Granit und Gneis des Böhmischen Massivs, kühl und karg, mit Mooren, Fischteichen, Mohnfeldern und endlosen Nadelwäldern. Der Waldviertel-Radweg umrundet diese Landschaft in einem weiten Hufeisen. Er beginnt in Krems an der Donau am Tor zur Wachau, wo die Altstadt von Krems und Stein seit 2000 zum UNESCO-Welterbe zählt, und klettert vom Donautal hinauf auf das Gföhler Plateau. Durch das Kamptal, unter der Renaissance-Rosenburg hindurch, erreicht der Weg die Bezirksstadt Horn und wendet sich nach Norden ins quellenreiche obere Thayaland: In Raabs vereinen sich die Deutsche und die Mährische Thaya unter einer hoch aufragenden Burg. Über die sanften Höhen des nördlichen Waldviertels führt die Route nach Litschau, die nördlichste Stadt des Landes, und durch das Land der Moore und Teiche nach Heidenreichstein mit seiner wasserumwehrten Burg und nach Schrems mit dem Schremser Hochmoor. In Gmünd, der geteilten Grenzstadt an der Lainsitz, liegt am Stadtrand der Naturpark Blockheide mit seinen Wackelsteinen - tonnenschweren, rund 500 Millionen Jahre alten Granitblöcken. Über das alte Kuenringerstädtchen Weitra mit seinen Sgraffito-Häusern und seinem Braurecht von 1321 steigt der Weg in den Weinsberger Wald, den höchsten und einsamsten Teil des Viertels. Weiter südlich quert er den Ostrong, wo die Route nahe 920 Meter ihren höchsten Punkt erreicht, ehe sie über Martinsberg und Maria Taferl, dessen barocke Wallfahrtsbasilika weit über dem Strom thront, hinab zur Donau bei Klein Pöchlarn im Nibelungengau fällt. Die Strecke nutzt fast durchgehend ruhige, asphaltierte Landstrassen und Güterwege - lediglich im nördlichen Waldviertel liegt ein kurzer unbefestigter Abschnitt; nicht die Oberfläche, sondern die rund 4000 Höhenmeter über das wellige Granitplateau machen sie zur sportlichen Tour, ideal für Trekking- und Tourenräder.
- Regionen
- Niederösterreich
- Start
- Krems an der Donau
- Ziel
- Klein Pöchlarn
- Oberfläche
- Asphalt
- Netz
- Regional
- Beste Reisezeit
- Mai - Oktober
- Beschilderung
- durchgehend beschildert
- Rennradtauglich
- Teilweise · Gemischter Belagteils geschätzt
98 % gut fahrbar, aber 2,3 km Schotter am Stück - angenehmer mit Gravel- oder Tourenrad.
02 - Etappen
7 Etappen · 314 km
01Krems an der Donau - HornKrems · Stein · Gföhl · Kamptal · Rosenburg · Horn51 km
Vom Strom hinauf ins Hochland. Krems am Tor zur Wachau, dessen Altstadt mit Stein zum UNESCO-Welterbe gehört, ist ein klassischer Start. Vom Donautal klettert der Weg auf das Gföhler Plateau und taucht ins Kamptal ein, wo die Renaissance-Rosenburg hoch über dem Fluss thront. Über sanfte Felder und Wälder erreicht die Etappe die Bezirksstadt Horn im Horner Becken. Ein höhenmeterreicher Auftakt, der das Donauklima rasch gegen die kühlere Luft des Waldviertels tauscht.
- Aufstieg
- 720 m
- Abstieg
- 600 m
- Dauer
- ca. 4-5 Std.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
02Horn - Raabs an der ThayaHorn · Thaya-Hochland · Raabs an der Thaya33 km
Durch das quellenreiche obere Thayaland. Über die welligen Höhen des östlichen Waldviertels rollt der Weg nach Raabs an der Thaya, wo sich die Deutsche und die Mährische Thaya zur Thaya vereinen. Über dem Zusammenfluss steht die mächtige Burg Raabs - die mittelalterliche Grafschaft Raabs gab dem Tschechischen sogar den Namen für Österreich. Eine ruhige Etappe durch dünn besiedeltes Grenzland.
- Aufstieg
- 470 m
- Abstieg
- 370 m
- Dauer
- ca. 3 Std.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
03Raabs an der Thaya - LitschauRaabs · nördliches Waldviertel · Litschau47 km
In den äussersten Norden Österreichs. Der Weg zieht durch stille Wälder und über offene Höhen in den nördlichsten Zipfel des Landes nach Litschau, der nördlichsten Stadt Österreichs. Auf dieser Etappe liegt der einzige nennenswerte unbefestigte Streckenteil der Tour - rund zwei Kilometer Wald- und Wiesenweg. Das alte Grenzstädtchen mit seinem Hungerturm liegt am Herrensee und ist seit 2007 Luftkurort. Hier beginnt das eigentliche Land der Moore und Teiche - kühl, weit und nordisch.
- Aufstieg
- 640 m
- Abstieg
- 520 m
- Dauer
- ca. 4 Std.
- Oberfläche
- Asphalt, ein kurzer unbefestigter Abschnitt
Belag (gemessen): Asphalt
04Litschau - GmündLitschau · Heidenreichstein · Schrems · Gmünd · Blockheide55 km
Die Etappe der Moore, Teiche und Granitblöcke. Durch das teichreiche Land erreicht der Weg Heidenreichstein mit seiner wasserumwehrten Burg, einer der besterhaltenen Wasserburgen Österreichs, und Schrems am Rand des Schremser Hochmoors, wo Moorkiefern und Torfmoos eine fast skandinavische Stimmung schaffen. Ziel ist Gmünd, die an der Lainsitz von ihrem tschechischen Zwilling České Velenice getrennte Grenzstadt mit ihren Sgraffito-Häusern. Am Stadtrand liegt der Naturpark Blockheide mit den Wackelsteinen: tonnenschwere, rund 500 Millionen Jahre alte Granitblöcke des Böhmischen Massivs.
- Aufstieg
- 640 m
- Abstieg
- 640 m
- Dauer
- ca. 4-5 Std.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
05Gmünd - Bad GroßpertholzGmünd · Weitra · westliches Granitland · Bad Großpertholz32 km
Über die alte Bierstadt ins Granitland. Bald erreicht der Weg Weitra, das von den Kuenringern um 1201 gegründete Städtchen mit Sgraffito-Fassaden, dem Renaissance-Schloss und einem bürgerlichen Braurecht aus dem Jahr 1321. Dahinter steigt die Route in die bewaldeten Höhen des westlichen Waldviertels und gewinnt stetig an Höhe bis zum Luftkurort Bad Großpertholz. Kurz, aber bergauf - der Auftakt zum höchsten Teil der Strecke.
- Aufstieg
- 500 m
- Abstieg
- 330 m
- Dauer
- ca. 3 Std.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
06Bad Großpertholz - Bad TraunsteinBad Großpertholz · Weinsberger Wald · Bad Traunstein54 km
Die einsamste Etappe, hoch durch den Weinsberger Wald. Der Weg durchquert den höchsten und am dünnsten besiedelten Teil des Waldviertels und hält sich lange über 800 Meter - ringsum nichts als Granitkuppen, dunkle Fichtenwälder und weite Stille. Auf guten, asphaltierten Höhenstrassen rollt die Route schliesslich hinab zum Luftkurort Bad Traunstein am Südrand des Hochlands. Eine fordernde, aber grossartig ruhige Höhenetappe.
- Aufstieg
- 620 m
- Abstieg
- 720 m
- Dauer
- ca. 5 Std.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
07Bad Traunstein - Klein PöchlarnBad Traunstein · Martinsberg · Ostrong · Maria Taferl · Klein Pöchlarn42 km
Über das Dach der Tour und hinab zur Donau. Hinter Bad Traunstein steigt der Weg über Martinsberg noch einmal an und überquert den Ostrong, wo er bei rund 920 Metern den höchsten Punkt der ganzen Strecke erreicht. Dann beginnt der lange Abstieg durch das südliche Waldviertel. Hoch über der Donau steht Maria Taferl, dessen barocke Wallfahrtsbasilika zu den bedeutendsten Marienwallfahrtsorten Niederösterreichs zählt und einen weiten Blick über das Nibelungengau und bis zu den Alpen bietet. Steil hinab endet die Runde in Klein Pöchlarn am Donauufer - mit dem schönsten Aussichtspunkt kurz vor dem Ziel.
- Aufstieg
- 431 m
- Abstieg
- 822 m
- Dauer
- ca. 3-4 Std.
- Oberfläche
- überwiegend Asphalt
Belag (gemessen): Asphalt
03 - Höhenprofil
Höhenprofil über die Gesamtdistanz - Cursor bewegen, um Höhe und Kilometer abzulesen.
Höhenprofil über 314 km. Aufstieg 4021 m, Abstieg 4002 m. Tiefster Punkt 197 m, höchster Punkt 901 m.
Höhendaten aus OSM-Geometrie + Digitalem Geländemodell (DGM) Österreich (10 m).
Profil überfahren zeigt den Punkt auf der Karte - und umgekehrt.
04 - POIs & Services
- Altstadt Krems & Stein
- Schloss Rosenburg
- Höbarth-Museum
- Burg Raabs & Thaya-Zusammenfluss
- Litschau & Herrensee
- Wasserburg Heidenreichstein
- Schremser Hochmoor
- Naturpark Blockheide
- Renaissance-Stadt Weitra
- Basilika Maria Taferl
Services entlang der Route
- Trekking- & TourenbikeDie Strecke ist zu rund 98 % asphaltiert (ruhige Landstrassen und Güterwege) mit nur einem kurzen unbefestigten Abschnitt im Weinsberger Wald. Anstrengend sind nicht die Wege, sondern die rund 4000 Höhenmeter über das wellige Granitplateau - ein Trekking- oder Tourenrad (gern mit Untersetzung oder E-Antrieb) passt am besten.
- RadserviceFahrradwerkstätten in Krems, Horn, Gmünd und Weitra.
- E-BikeVerleih- und Ladestationen in den grösseren Orten entlang der Route; bei 4000 Höhenmetern eine spürbare Erleichterung.
- Einkehr & RegionskücheDas Waldviertel ist Genussland: Waldviertler Karpfen aus den über 2000 Teichen (von der FAO als landwirtschaftliches Welterbe ausgezeichnet), Waldviertler Graumohn g.U. und das Bier aus Weitra und Zwettl.
Versorgung entlang der Strecke
- Trinkwasser33
- Reparaturstation11
- Bike Shop8
- Radverleih13
- Ladestation86
Versorgungspunkte aus OpenStreetMap. Stand kann abweichen, Brunnen sind teils saisonal - vor der Tour prüfen.
05 - Eindrücke
Startpunkt an der Donau: die Altstadt von Stein an der Donau mit der Donauwarte auf dem Hügel, UNESCO-Welterbe WachauFoto: Old town of Stein an der Donau with the Donauwarte on the hillside · Cha già José · CC BY-SA 2.0 Der Herrensee bei Litschau, der nördlichsten Stadt Österreichs - klares Moorwasser im stillen Norden des WaldviertelsFoto: The Herrensee lake at Litschau, the northernmost town in Austria · Duke of W4 · CC BY-SA 4.0 Holzweg durchs Moor: der Prügelsteg im Naturpark Schremser Hochmoor führt durch eines der grössten Hochmoore NiederösterreichsFoto: Wooden boardwalk (Prügelsteg) through the raised bog of Naturpark Schremser Hochmoor · Duke of W4 · CC BY-SA 4.0 Granit-Wahrzeichen: ein Wackelstein im Naturpark Blockheide bei Gmünd - die vom Wetter gerundeten Granitblöcke sind das Symbol des WaldviertelsFoto: Wackelstein rocking granite boulder in Naturpark Blockheide near Gmünd · Duke of W4 · CC BY-SA 3.0 Ein geschwungener Feldweg durch die Waldviertler Kulturlandschaft im westlichen Granithochland, dem höchsten Teil der StreckeFoto: A winding field track through the Waldviertel countryside in the western highland · Stefan.lefnaer · CC BY-SA 4.0 Ziel an der Donau: die barocke Wallfahrtsbasilika Maria Taferl thront über dem Donautal, kurz vor dem Endpunkt Klein PöchlarnFoto: Wallfahrtsbasilika Maria Taferl above the Danube valley · C. Stadler/Bwag · CC BY-SA 4.0
06 - ÖV-Anbindung
- Franz-Josefs-Bahn (Wien FJBf - Sigmundsherberg - Gmünd NÖ)Die Hauptachse ins Waldviertel: stündliche Regionalzüge aus Wien, Gmünd liegt direkt an der Route. Fahrradmitnahme möglich.
- Kamptalbahn (Sigmundsherberg - Horn - Krems)Erschliesst den Start: Krems und Horn sind über die Kamptalbahn (Umstieg in Sigmundsherberg bzw. Hadersdorf) mit Wien verbunden.
- Westbahn ab Pöchlarn (Wien - St. Pölten - Linz)Der Ausstieg am Ziel: Klein Pöchlarn hat seit 2010 keine Bahn mehr - über die Donaubrücke nach Pöchlarn am gegenüberliegenden Ufer, das im dichten Takt der Westbahn liegt.
- Waldviertler Schmalspurbahn (Gmünd - Litschau / Groß Gerungs)Im Sommer verkehrt die nostalgische 760-mm-Schmalspurbahn als Ausflugsbahn rund um Gmünd - eine reizvolle Möglichkeit, einen Abschnitt zu überbrücken.
Hufeisen-Route mit Bahnanschluss an beiden Enden: per Franz-Josefs-Bahn oder Kamptalbahn nach Krems bzw. Gmünd, am Ziel über die Donaubrücke nach Pöchlarn an der Westbahn. Beide Enden liegen am Donauradweg.
07 - GPX- & TCX-Download
Download für GPS-Geräte & Apps
Sauberer Track mit Höhenprofil - importiert als eine Tour, kompatibel mit Komoot, Garmin, Wahoo, Strava, RideWithGPS, OsmAnd.
Etappen einzeln herunterladen (7)
Streckenführung aus OpenStreetMap-Geometrie abgeleitet - kann von der Beschilderung leicht abweichen. © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL 1.0) · Höhendaten © DGM Österreich (CC BY 3.0 AT). Weitergabe mit Quellenangabe.